Proxmox oder VMware? Der ehrliche Kostenvergleich für KMU

Vergleiche zwischen Virtualisierungsplattformen enden meist bei der Lizenz. Das ist der Posten, der am leichtesten zu vergleichen ist – und der am wenigsten über die tatsächlichen Kosten aussagt.

Wir rechnen hier so, wie wir es für Kunden rechnen: über fünf Jahre, mit allen Posten, auch den unangenehmen. Warum die Preise überhaupt in Bewegung geraten sind, steht in VMware wird teurer.

Tabelle mit fünf Kostenposten – Lizenz, Hardware, Betrieb, Migration, Backup – für VMware und Proxmox VE mit Rhythmus einmalig, jährlich oder laufend
Fünf Posten im Überblick. Die Struktur ist entscheidend: Was fällt einmal an, was jedes Jahr?

Posten 1: Lizenz und Abo

VMware ist heute ein Abonnement, lizenziert nach CPU-Kernen mit einer Mindestabnahme je Prozessor. Sie zahlen also nicht für das, was Sie nutzen, sondern für das, was die Untergrenze vorschreibt. Bei kleinen Hosts ist das spürbar mehr, als verbaut ist.

Proxmox VE ist quelloffen und läuft auch ohne Abo vollständig – ohne Funktionseinschränkung, ohne Zeitlimit. Das Abo kauft Support und Zugang zum geprüften Enterprise-Repository, gestaffelt nach Supportstufe und abgerechnet je CPU-Sockel, nicht je Kern.

Der Unterschied ist nicht nur die Höhe, sondern die Natur des Postens: Bei VMware ist die Zahlung Voraussetzung für den Betrieb. Bei Proxmox ist sie eine Entscheidung für Support. Wer nicht zahlt, steht nicht still – er steht ohne Hersteller-Support da. Für einen Betrieb mit externem Dienstleister ist das ein anderes Risiko als für einen ohne.

Warum hier keine Eurobeträge stehen: Lizenzpreise ändern sich, und ein Vergleichswert, der ein Jahr alt ist, führt in die Irre. Im Ausstiegs-Check rechnen wir mit den Konditionen, die zum Zeitpunkt des Gesprächs tatsächlich gelten – auf Ihre Kern- und Sockelzahl bezogen.

Posten 2: Hardware

Hier wird es interessant, weil der Effekt gegenläufig ist.

Da bei VMware nach Kernen lizenziert wird, ist ein Host mit vielen Kernen teuer. Bei Proxmox zählt der Sockel – die Kernanzahl ist egal. Das dreht die Beschaffung um: Unter VMware lohnt es, Kerne zu sparen; unter Proxmox lohnt es, sie zu nutzen.

Zwei offene Server: links werden die Kerne unter der Lupe einzeln mit Münzen bezahlt, rechts hängt je CPU-Sockel nur ein Preisschild
Kerne zählen oder Sockel zählen – derselbe Server, zwei völlig verschiedene Rechnungen.

Praktisch heißt das: Zwei kräftige Zwei-Sockel-Server können unter Proxmox eine Umgebung tragen, für die unter VMware dieselbe Hardware ein Vielfaches an Lizenz kostet. Dazu kommt, dass Proxmox mit geprüfter Gebraucht-Hardware problemlos läuft – ein Weg, den wir bei Budgetdruck regelmäßig gehen, mit Garantie und Ersatzteilverfügbarkeit als Bedingung.

Posten 3: Betrieb – der Posten, der unterschätzt wird

Ein Wechsel kostet Einarbeitung. Wer das leugnet, verkauft.

Die Oberfläche von Proxmox ist anders aufgebaut, manche Begriffe heißen anders, und wer zehn Jahre vSphere gewohnt ist, sucht in der ersten Woche. Nach unserer Erfahrung reicht ein halber Tag Einschulung für den täglichen Betrieb; die Feinheiten kommen über die ersten Wochen dazu.

Umgekehrt entfällt ein Posten, den kaum jemand einrechnet: die Zeit für Lizenzverwaltung. Keine Kernzählung vor der Beschaffung, keine Prüfung, ob eine gewünschte Funktion im gebuchten Paket enthalten ist, keine Nachlizenzierung, weil eine VM mehr läuft.

Posten 4: Migration

Einmalig, aber real: Bestandsaufnahme, Umzug der virtuellen Maschinen, Aufbau des Backups, Restore-Test, Einschulung. Der Großteil läuft außerhalb der Kernzeiten; ein Stillstand des Betriebs ist bei sauberer Planung nicht nötig.

Diesen Betrag muss ein ehrlicher Vergleich vollständig auf die Alternative buchen – sonst rechnet man sich den Wechsel schön.

Posten 5: Backup

Beide Wege brauchen eine Sicherung, und beide kosten. Der Unterschied liegt im Zuschnitt: Der Proxmox Backup Server ist auf die Plattform abgestimmt, sichert inkrementell auf Blockebene und prüft die Sicherungen automatisch auf Lesbarkeit.

Diese Prüfung ist der Punkt, auf den wir bei jeder Übernahme zuerst schauen. Ein Backup, das nie zurückgespielt wurde, ist eine Vermutung – kein Backup. Wir haben mehr als einmal übernommene Umgebungen gesehen, in denen jahrelang gesichert wurde und im Ernstfall nichts zurückkam. Was ein belastbares Sicherungskonzept ausmacht, steht in der Backup-Regel 3-2-1-1-0.

Wie die Rechnung typischerweise ausgeht

Über fünf Jahre gerechnet fällt der Vergleich für kleine und mittlere Umgebungen in aller Regel zugunsten von Proxmox aus – und zwar deutlich, weil sich der Lizenzunterschied jedes Jahr wiederholt, während der Umstiegsaufwand einmal anfällt.

Schematisches Diagramm: kumulierte Kosten über fünf Jahre, VMware steigt linear, Proxmox startet mit Migrationsaufwand und verläuft danach flach; Kipppunkt im zweiten Jahr
Schematisch, ohne Skala: Der Kipppunkt liegt bei kleinen und mittleren Umgebungen meist im ersten oder zweiten Jahr.

Der Kipppunkt liegt meist im ersten oder zweiten Jahr. Je kleiner die Umgebung, desto früher – weil dort die Mindestabnahmen am stärksten durchschlagen.

Wann wir vom Wechsel abraten: wenn eine Branchensoftware ausschließlich auf VMware zertifiziert ist und der Hersteller bei Problemen sonst den Support verweigert; wenn die Umgebung tief in VMware-spezifischer Automatisierung hängt, deren Nachbau teurer wäre als die Lizenz; oder wenn im Betrieb gerade ein größeres Projekt läuft und schlicht niemand Kapazität hat. Das dritte ist kein technischer Grund, aber der häufigste – und ein guter.

Die Rechnung für Ihren Betrieb

Der Vergleich oben ist ein Muster. Ihre Zahlen sind es nicht.

Häufige Fragen zu den Kosten von Proxmox und VMware

Was kostet Proxmox VE?

Die Software selbst ist kostenlos und läuft im vollen Funktionsumfang ohne Zeitlimit. Bezahlt wird optional ein Support-Abonnement je CPU-Sockel, gestaffelt nach Supportstufe – es kauft Herstellersupport und Zugang zum geprüften Enterprise-Repository.

Wie wird VMware heute lizenziert?

Als Abonnement nach CPU-Kernen mit einer Mindestabnahme je Prozessor, gebündelt mit Funktionen, die kleine Betriebe selten brauchen. Die Zahlung ist Voraussetzung für den Betrieb, nicht nur für den Support.

Ab wann rechnet sich der Wechsel zu Proxmox?

Der Umstiegsaufwand fällt einmal an, der Lizenzunterschied jedes Jahr. Über fünf Jahre gerechnet liegt der Kipppunkt bei kleinen und mittleren Umgebungen meist im ersten oder zweiten Jahr – je kleiner die Umgebung, desto früher.

Wann ist ein Wechsel nicht sinnvoll?

Wenn eine Branchensoftware ausschließlich auf VMware zertifiziert ist, wenn die Umgebung tief in VMware-spezifischer Automatisierung hängt, oder wenn im Betrieb gerade niemand Kapazität für ein Projekt hat.

Im VMware-Ausstiegs-Check setzen wir Ihre tatsächlichen Werte ein: Hosts, Kerne, Sockel, VMs, Laufzeitende, Hardware-Alter. Ergebnis ist eine Gegenüberstellung über fünf Jahre – kostenlos, unverbindlich, und mit einer klaren Empfehlung am Ende. Auch wenn die Empfehlung „bleiben“ lautet.

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Zum Weiterlesen: VMware wird teurer – was KMU wissen müssen · Unsere Leistungen zur Virtualisierung